Planetarische Nebel

M57 8.7.2010

Instrument
Meade 16“ ACF
Kamera
QSI 583wsg
Belichtungszeit
5min subframes LRGB 45-35-35-40min
Besonderheiten
Bildgewinnung Ralf Mündlein, Bildbearbeitung Wolfgang Kloehr
Der berühmte Ringnebel in der Leier ist nur um 120“ groß aber am Sommerhimmel leicht zwischen den Sternen beta und gamma Lyra zu finden. Die Ringstruktur ist visuell schon mit 100mm Teleskopen zu erkennen und der weiße Zentralstern mit seinen 15,8mag eine echte Herausforderung für mittlere und selbst große Amateurteleskope. Der helle Hintergrund macht die Sichtung schwierig und erfordert ruhige Luft. Mit 16“ lässt sich der Zentralstern bei ruhiger Luft je nach Beobachter blickweise oder dauernd erkennen, manche Beobachter können sogar den zweiten Stern daneben erblicken. In der Belichtung mit dem 16“ ist das sehr einfach, nicht selbstverständlich dagegen die klare Trennung des Mehrfachsterns links oberhalb der Ringstruktur. Hierbei war außergewöhnlich ruhige Luft mit FWHM-Werten von 1,5“ bis 1,05“ die Basis für das Gelingen.

M76 1.11.2015 und 2.11.2015

Instrument
Meade 16" ACF
Kamera
QSI 583wsg
Belichtungszeit
500S subframes LRGB - 133-33-42-42min
Besonderheiten
Gutes Seeing; Bildgewinnung Ralf Mündlein, Bildbearbeitung Pater Christoph
Am 1.11 und 2.11.15 waren die Bedingungen so gut, das solche Nächte nur mit schlechtem Gewissen ungenutzt bleiben. Die Durchsicht war zunächst gar nicht so imposant, aber die Luftruhe macht daraus dann ein Erlebnis. Verwendet wurde der 16“ ACF, hier mit f/7,5. Die Grundbrennweite beträgt zwar bei f/10 4060mm, tatsächlich sind es aber wegen dem Auszug 4400mm Brennweite. Für Fotografie weniger sinnvoll, weshalb hier ein Reducer CCDT von Astro-Physics die Brennweite auf 3056mm reduzierte. In dem Fall war das Seeing recht gut und schwankte über zwei Nächte im Bereich von 1,1“ bis 1,9“ bei gemessenen Sternen in den Einzelframes. In dem Abbildungsmaßstab von 0,364 Pixel pro Bogensekunde sehen Bilder mit 1,9“ nicht wirklich gut aus. Bei 1,5“ passabel und bei 1,2“ wird es richtig gut. Da ist dann auf den Rohbildern der zentrale Doppelstern in M76 mit rund 1,4“ Abstand bereits als solcher gut zu erkennen, ohne irgendwelche Schärfung. Allerdings ist der Doppelstern nur ein optischer Doppelstern und der südliche Begleiter liegt tatsächlich 20000LJ hinter M76, wie man durch HST Aufnahmen herausgefunden hat. Die Tiefe wurde durch 16x500s Lumminanz erreicht, RGB jeweils 5x500s, alles 1x1bin. Kamera war eine QSI mit KAF 8300 Chip. Es wurden keine brauchbaren Flats gewonnen, also musste es ohne Flatkorrektur gehen. Die Bearbeitung der Rohdaten zeigte bereits die Herausforderungen mit einem ungleichmäßigen Hintergrund und ungleichmäßiger Sternabbildung über das Bildfeld. M76 lag im Bereich der besten Abbildung bzw. wurde bewusst von mir dort platziert. Dieser Aufgabe der Bildbearbeitung nahm sich für das vorliegende Bild Pater Christoph an. Wie schon öfters in unserem Astro-Duo praktiziert hatte Christoph wieder die Geduld durchzuhalten bis zur finalen Version 14. Diese hat uns Beiden letztlich zugesagt und eine 80% Version möchte ich hier vorstellen.

M 27 2009

Instrument
16" ACF
Kamera
STL 6303
Belichtungszeit
RGB 45min 1x1bin
Besonderheiten
Das Bild wurde mit voller Brennweite von 4400mm belichtet
M 27 oder auch Hantelnebel ist ein Paradeobjekt unter den Planetarischen Nebel. Der Nebel ist auch mit kleineren Teleskopen zu erkennen und zeigt visuell am 16" ACF seine Form ähnlich dieser Aufnahme, jedoch keine Farben.

NGC 5189 2008

Instrument
14" ACF
Kamera
ST 10- XME
Belichtungszeit
ca. 2h
Besonderheiten
Bildgewinnung Ralf Mündlein und R.Nürnberger; Bildbearbeitung Wolfgang Kloehr
Dieser Planetarische Nebel NGC5189 ist ein Objekt des Südhimmels. Das Bild entstand bei einer Astroexkursion nach Namibia auf der Farm Tivoli.

NGC6543 - Katzenaugennebel 8. bis 19.9.2012

Instrument
16" ACF mit Reducer CCDT0,67
Kamera
QSI583wsg
Belichtungszeit
5min subframes LRGB -150-45-45-45min; 20x30s subframes für den Kern
Besonderheiten
Bildgewinnung Ralf Mündlein, Bildbearbeitung P.Christoph Gerhard, Bild wurde in SuW.8/2015 veröffentlicht auf Seite 71
Der Katzenaugennebel hat einen sehr hellen Kern umgeben von einem sehr schwachen Halo. Um diesen Bereich fotografisch einfangen zu können bedarf es für den Kern kurzer Belichtungszeit und für das Halo relativ langer Gesamtbelichtungszeit. Die korkenzieherartige Struktur des Kerns und Verdichtungen im Halo warfen Fragen auf um deren Antwort ein Profiastronom, Dr. Dominik Elsässer, gebeten wurde. Seine Antwort dazu lautet: Was die generelle Struktur angeht, gerade auch durch die gut erkennbare Punktsymmetrie kann man tatsächlich davon ausgehen dass das Zentralobjekt in Wahrheit ein unaufgelöster Doppelstern ist. Genau wie bei dem kürzlichen ESO Release der auch im Forum zur Sprache kam wäre die Orbitalbewegung dann der Grund für die komplexe "rasensprengerartige" Struktur. Sicher wissen kann man das halt meist nicht, einen solchen Doppelstern nachzuweisen ist auch spektroskopisch nicht immer möglich. Der helle "Knoten" und der rote "Bogen" auf 3 Uhr könnten gut daher kommen, dass es um so einen Nebel ja immer viel Material gibt das man nicht sieht, nämlich das interstellare Medium. Das ist zwar dünn, aber setzt dem Nebel bei seiner Expansion doch einen gewissen Widerstand entgegen. Das interstellare Medium ist nicht gleichmässig dicht, sondern hat eher eine "wolkige" Struktur. Daher hemmt es die Expansion unterschiedlich stark, und verdeckt manchmal auch Teile eines hellen Nebels. Der Effekt kann am Ende durchaus in solchen Knoten und auch scheinbar "abgerissenen Stücken" resultieren.