Ferngläser

Auf meiner Astroseite möchte ich nur Geräte anbieten welche ich selbst kenne und meinen eigenen Ansprüchen genügen. So hat sich in direkten Vergleichen gezeigt, dass alleine die Bezeichnung ED- Glas nicht sicherstellt eine farbreine Abbildung zu erhalten. So blieben in dem Punkt Farbreinheit einige moderne „ED“ Fernostgläser selbst meinem alten Zeiss Jena Dekarem 10x50 unterlegen. Hinzu kommen die Abbildungsschärfe, das Einblickverhalten, das Gesichtsfeld, sowie Haptik und andere Benutzer relevante Feinheiten.

Zu den Vixen Doppelrefraktoren BT 81S-A und BT-ED70S-A:

Für astronomische Beobachtung mit dem „Blick nach Oben“ ist ein entsprechender Einblick von 45° oder auch 90° sinnvoll. Gewicht und Größe müssen astronomisch montiert werden können, was hier über das klassische 1/4“ Gewinde oder sinnvoller über die „V-Schiene“ geschehen kann.
Ich empfehle hier Klemmen von Berlebach zur Montage an Neigern oder auch die Vixen HF2 Gabel. Die hier verwendeten Prismen mit 45° Einblick gestatten die Nutzung am Tag und in der Nacht jeweils mit aufrechtem und seitenrichtigem Anblick.

„Billige“ Großferngläser haben fest eingebaute Okulare und in der Regel Objektive, die gerade so den Erfordernissen dieser festen Vergrößerung genügen. Anders die Vixen Doppelrefraktoren, die tatsächlich die Qualität von Astrooptiken vorweisen.
Die Abbildung ist einfach „Refraktorscharf“ und die Vergrößerung durch Nutzung von 1,25“ Astro-Okularen wählbar. So können die Okularpaare, welche schon aus der Nutzung von Binoansätzen vorhanden sind, auch hier eingesetzt werden.

Für Personen die nur Gelegentlich nachts beobachten und in der Regel Naturbeobachtungen am Tag mit höherer Vergrößerung anstreben sind die Produkte eine echte Alternative. Wenn Sie grundsätzlich Binokular beobachten können, was leider einige Menschen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr schaffen, ist der beidäugige Anblick einem Spektiv bzw. einäugiger Beobachtung in der Wahrnehmung überlegen.

Vixen SG 6.5x32 WP

Das Vixen SG 6.5 x32 WP wird als Astro-Fernglas angeboten. Jedoch spielt es seine Stärken auch am Tag aus und mache es zu einem gerne genutzten Begleiter. Die Vergrößerung von 6,5x kann ruhig gehalten werden, so dass die abgebildeten Details auch freihändig voll nutzbar sind. Es liegt sehr gut in den Händen und das Gewicht von 610 Gramm sowie die Größe von 140x 132x48mm sind keine Hemmschwelle bei Spaziergängen.

Außergewöhnlich gut ist die Farbreinheit und die Art wie Farben in der Natur zum Auge transportiert werden. Ein Blumenmeer bringt mich in seiner Brillanz zum Staunen und der Beobachter spürt es kaum durch ein „Glas“ zu schauen. Am Mond zeigt das SG 6,5x32 eine rein weiße Abbildung, gleich dem, was der Astronom vom Anblick an seinem hochwertigen Apochromaten kennt.
Der Augenabstand ist großzügig und mit verstellbarer Brauenauflage anpassbar. Das Durchsehen macht hier schlicht unglaublich Spaß!

Die Einzelokularfokussierung ist ein Manko für einen ständig wechselnden Abstand des Betrachtungsobjektes. Ansonsten ist in der Ferne kein Nachfokussieren nötig. Die Sternabbildung ist im Mittenbereich sehr gut. Die Randschärfe entspricht aber nicht dem, was hochwertige Astro-Okulare leisten können. Allerdings sind die Kosten von zwei sehr guten Astro-Okularen höher als der Preis dieses Fernglases, welcher in Anbetracht seiner außergewöhnlich klaren Abbildung angemessen ist.
Zum Lieferumfang gehört eine praktische Tragetasche, die auch am Gürtel befestigt werden kann.

Vixen BT 81S-A

Dieser Doppelrefraktor verfügt über ein Paar achromatischer Objektive mit 81mm Durchmesser und 480mm Brennweite. Ohne Okulare wiegt das Bino 4,1kg. Die Empfohlene Okularbrennweite liegt von 32mm bis 14mm, evtl. sogar bis 10mm, wenn 14mm noch sehr gut an Ihren Augen abbildet.

Persönlich nutze ich das BT 81S überwiegend bestückt mit Panoptic 24mm Okularen, was genau 20fache Vergrößerung ergibt. Tags ist durch die achromatische Optik bei 20x ein Farbfehler insbesondere dann zu sehen, wenn an harten Kanten im Bereich Licht zu Schatten beobachtet wird.
Bei ornithologischer Beobachtung oder beim Betrachten von Tieren vor grünen Hintergrund aus Blättern ist praktisch kein Farbfehler sichtbar. Dagegen erscheint das Gefieder bzw. das Fell mit feinsten Details. Die Lichtspiegelung im Auge der Tiere überrascht.

Im Deep Sky Bereich konnte ich mit Blick auf das Leo-Triplet auch NGC 3628 im BT81S-A erkennen. Im Fernglas hat mich der große Orionnebel immer enttäuscht. Anders ist dies beim Vixen Bino, weil erst mit einer gewissen Vergrößerung die teleskopische Wirkung aufkommt und damit auch die Erkennung von feinen Details möglich wird. Das Trapez in M42 kann mit dem BT81S leicht aufgelöst werden, was mit „normalen“ Ferngläsern nicht möglich ist.

Im Wide Field Bereich kann ein Bino mit z.B. 15- oder 20facher Vergrößerung beidäugig eine Wirkung aufweisen, die monokular nicht zu erreichen ist. Das Schwenken durch die Milchstraße ist ein besonderer Genuss. Erscheint ein Objekt in der Milchstraße dann besonders interessant, kann leicht die Vergößerung gesteigert werden, um mehr Details aufzulösen. So macht das Herumstreifen ohne GoTo (Computersteuerung) große Freude und lässt den Beobachter den Himmel mit seinen Objekten immer wieder neu erfahren.

An Jupiter zeigen sich mit dem BT81 S bei 48x mehr als nur zwei Bänder und es kann gelingen den Großen Rote Fleck zu erkennen, wie ich feststellen konnte. Planetenbeobachtung ist sicherlich nicht das Hauptanwendungsgebiet, aber ein Doppelrefraktor erlaubt eben auch das klare Erkennen der Saturnringe, was in manchen Spektiven eine sehr schwierige Aufgabe sein kann.

Vixen BT-ED 70S-A

Dieses Bino mit seinen „ED“ Objektiven ist handlicher und kleiner als der große Bruder BT 81 mit 70mm Öffnung und 400mm Brennweite, ansonsten äußerlich und mechanisch gleich gefertigt.
Die inneren Werte machen den Unterschied aus, der sich leider auch im Preis zeigt. Ansonsten wäre das BT-ED70S-A praktisch für jeden Binofreund ein Objekt der Begierde.
Vixen ist es gelungen die Farbreinheit bis ins Auge zu bringen und dabei die Schärfe ebenfalls auf höchstem Niveau zu halten. Das klingt zunächst selbstverständlich, aber in dem Fernglas sind Prismen verbaut, deren Einflüsse es zu beachtet gilt. Das gelingt nicht vielen Herstellern in diesem Maße!

Die Genauigkeit der Justage ist der Leistung angepasst und Kunden haben mir berichtet, dass Sie selbst mit 80x sehr gut beobachten konnten. Wer es sich leisten kann, der hat mit diesem Binoteleskop eine hochwertige Option im Bereich beidäugiger Beobachtung.

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